Schon seit 10 Jahren reise ich nach Rumänien. Diese Reisen sind für mich immer wieder eine Insel im Alltag und jedes Jahr freue ich mich schon Monate vorher auf die Tour. Oft liege ich schon Wochen vor der Reise den ganzen Abend auf dem Teppich unseres Wohnzimmers vor der Rumänienkarte und plane die Route, rechne Kilometer aus und überlege wie viel Zeit ich für was benötige und schreibe alles säuberlich auf Zettel und Listen und ärgere mich, dass die mir zur Verfügung stehende Zeit viel zu kurz ist. In Rumänien gibt es so viel zu sehen und zu erleben! Nach ein paar Tagen telefoniere ich mit meinen Freunden aus der Rumänienszene, die mir ganz tolle Reisetipps geben und mir versichern, dass ich, wenn ich schon mal da bin auch noch unbedingt die Orte XY und erst recht Z ansehen müsste. Dazu werden mir dann per Mail Fotos geschickt und Reiseberichte empfohlen und ich wankelmütiges Weib komme so richtig ins Wanken und ändere meine Reisepläne und dann die Änderungen und auch noch einmal die Änderungen der Änderungen und am Ende fahre ich dann fast ohne Plan, aber mit vielen Ideen los. Anders in diesem Jahr! In diesem Jahr war meine Reise nach Rumänien etwas besonderes, denn irgendwann im Januar teilte mir mein Mann Thomas mit, dass er nun auch mal mit nach Rumänien fahren möchte. Ab dem Augenblick dieser Offenbarung lastete auf mir eine Riesenverantwortung, denn 1992 war unsere Familie schon einmal nach Rumänien gereist und diese Reise endete mit einer 14 Jahre währenden Rumänienallergie bei meinem Mann. Tja, so ist das mit Rumänien. Die einen werden süchtig (ICH)und die anderen allergisch (ER). Ich schrieb mir also auf die Fahnen meinem Thomas in unserem 3-wöchigen Urlaub nur das schönste und beste Rumäniens zu zeigen, ihn mit zu meinen liebsten Bekannten zu nehmen und dafür zu sorgen, dass er eine richtig schöne Zeit in meinem Lieblingsland hat. Also beriet ich mich besonders ausführlich mit meinen Freunden und arbeitete einen schönen Plan aus. Urlaubsreif und aufgeregt fieberte ich dem 22.09.2006 – unserem Abreisetag – entgegen, so wie ein verdurstender Wüstendurchquerer sich nach einer Oase sehnt!
18 Noi